CHIESA MADONNA DELLE GRAZIE
Informationsblatt
📍 Ort: San Lazzaro, Agerola (NA), Italien
⛪ Gewidmet: Unsere Liebe Frau der Gnaden (Madonna delle Grazie)
📅 Epoche: 19. Jahrhundert (mit älteren Ursprüngen)
🎨 Stil: Lokale Sakralarchitektur mit barocken Einflüssen
⭐ Sehenswert: Steinfassade, Glockenturm, Gemälde der Madonna delle Grazie, Hochaltar aus Marmor, Beichtkapelle
Beschreibung
Die Kirche der Madonna delle Grazie, am Hauptplatz des Ortsteils Campora in San Lazzaro gelegen, gehört zu den bedeutendsten Gotteshäusern von Agerola. Das Bauwerk besitzt ein einschiffiges Langhaus, dessen Pfeiler Rundbögen tragen. Entlang der Seiten befinden sich kleine Kapellen mit Tonnengewölben, die durch schmale Durchgänge miteinander verbunden sind.
Der Innenraum wird von eleganten Pilastern gegliedert, die ein hohes Gesims tragen, während große Buntglasfenster den Raum mit natürlichem Licht erfüllen. Stuckarbeiten und vergoldete Zierleisten verleihen der Kirche eine feierliche und zugleich elegante Atmosphäre. Über dem Haupteingang befindet sich eine schlichte Empore mit dreiteiliger Brüstung, auf der eine historische Pfeifenorgel untergebracht ist.
Neben der Apsis liegt die Beichtkapelle, ein stimmungsvoller Raum mit Kassettendecke, einem Altar aus polychromem Marmor und einem Mosaik mit biblischen Szenen. Dort befindet sich auch eine Nische mit der Statue des toten Christus, die von der örtlichen Bevölkerung besonders verehrt wird.
Die schlichte und elegante Steinfassade wird von einer breiten Freitreppe erschlossen und durch Pilaster gegliedert, die einen unterbrochenen Dreiecksgiebel tragen. Über dem Hauptportal befindet sich eine Rosette mit einem farbigen Glasfenster, während sich der dreistufige Glockenturm harmonisch in das architektonische Gesamtbild einfügt.
Die flache Decke des Kirchenschiffs schmückt ein großes Gemälde, das 1973 von Pater Macario geschaffen wurde. Es zeigt die Madonna delle Grazie zusammen mit dem Heiligen Andreas und dem Heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem Armen teilt. Die Kuppel ist mit den vier Kardinaltugenden – Gerechtigkeit, Klugheit, Tapferkeit und Mäßigung – dekoriert. Den Chor beherrscht der prachtvolle Hochaltar aus Marmor, der aus dem ehemaligen Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen stammt.
Kuriosität
Die Kirche befindet sich im Herzen des Ortsteils Campora und zählt zu den markantesten Wahrzeichen von San Lazzaro. Sie wurde an der Stelle einer älteren Kapelle errichtet, die bereits in Dokumenten aus dem Jahr 1798 erwähnt wird.
Im Jahr 1867 wurden die Außenmauern verstärkt, und gegen Ende des 19. Jahrhunderts erhielt die Kirche die Hauptglocke sowie die kleinere Glocke der benachbarten Kirche Santa Barbara. 1942 wurde sie zur Pfarrkirche erhoben. Zwischen 1972 und 1977 erfolgte eine umfassende Restaurierung der Kirche und ihres Glockenturms, wodurch sie ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt.